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Mein Hund, Dein Hund

Frau K hat vor 5 Jahren den Hund ihrer Cousine Frau D übernommen, als diese ihr erstes Kind bekam. Zunächst sei von einem befristeten Aufenthalt ausgegangen worden. Es sei damals zwischen den Cousinen vereinbart worden, dass Frau D weiterhin alle Kosten für den Hund tragen solle. Frau D bekam Kind Nr. 2 und 3 und von einer Rückkehr des Hundes war keine Rede mehr. Frau K war das Recht, hatte sie sich doch inzwischen an das Tier gewöhnt. Im Laufe der Jahre habe Frau K dann die Kosten für das Futter Frau D nicht mehr in Rechnung gestellt, die selten anfallenden Tierarztrechnungen habe Frau D jedoch weiterhin beglichen. Der Tierarzt habe die Rechnungen immer direkt an Frau D gesandt.  Im letzten halben Jahr wurde das Tier krank. Frau K brachte es häufig zum Tierarzt. Nach einem halben Jahr wurde der Hund eingeschläfert.  2 Monate nach dem Tod des Hundes meldete sich plötzlich der Tierarzt bei Frau K mit dem Hinweis, Frau D habe seine Tierarztrechnung nicht bezahlt. Die Gesamtrechnung für das letzte halbe Jahr betrage 1.000 €. Frau K habe daraufhin versucht mit ihrer Cousine zu sprechen. Die Unterhaltung sei eskaliert und man sei ergebnislos auseinandergegangen, seitdem herrsche Funkstille zwischen den Frauen.

Frau K möchte, dass ich mit Ihrer Cousine Kontakt aufnehme. Frau D ist bereit mit mir zu sprechen. Sie sagt, sie habe sich geärgert, dass sie durch die Rechnung vom Tierarzt vom Tod des Hundes erfahren habe. Sie habe an dem Tier sehr gehangen, die Entscheidung ihn wegzugeben, sei ihr nicht leicht gefallen. Sie sei jedoch nicht bereit, die hohen Tierarztkosten zu tragen, Frau K hätte mit ihr im Vorfeld das Vorgehen absprechen sollen. Gemeinsam hätte dann entschieden werden können, wie viele lebensverlängernde Maßnahmen ergriffen werden sollten. Ihrer Meinung nach sei das Leiden des Hundes durch die Behandlungen unnötig verlängert worden.

Ich rede mit Frau K und trage die Einwände der Frau D vor. Frau K erwidert, sie habe Frau D extra nichts über die Einschläferung des Hundes informiert, weil Frau D zum damaligen Zeitpunkt kurz vor dem Entbindungstermin ihres dritten Kindes stand, und sie sie nicht damit belasten wollte. Frau D könne das am Datum der Einschläferung nachvollziehen. Den Einwand, sie hätte die Behandlung mit Frau D absprechen sollen, könne sie teilweise nachvollziehen. Sie habe selber auch oft Bedenken gehabt, ob die lebensverlängernden Maßnahmen sinnvoll seien, der Tierarzt habe ein Einschläfern zu einem früheren Zeitpunkt aber abgelehnt. Frau D kann die schwierige Situation, in der sich Frau K befand nachvollziehen, sie äußert außerdem, dass sie Frau K sehr dankbar ist, dass sie den Hund damals genommen habe, weil es ihr sehr wichtig war, dass sie in eine liebevolle Umgebung komme. Sie erklärt sich bereit,  2/3 der Behandlungskosten zu übernehmen. Frau K nimmt das an. Noch besteht kein direkter Kontakt zwischen den Frauen, ich gehe aber davon aus, dass sich das Verhältnis wieder normalisieren wird.

 

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