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Übernachten im Naturschutzgebiet

Herr F ruft an, er habe 3 Tage auf Usedom verbracht. Dort habe er ein Boot liegen und verbringe regelmäßig einige Tage und würde dann von Hafen zu Hafen schippern und auf dem Boot übernachten. Dieses Mal sei er an einem Tag mit dem Lieferwagen und seinem Fahrrad ins Landesinnere aufgebrochen. Er habe sein Auto auf einem Parkplatz abgestellt und sei zu einer ausgedehnten Radtour aufgebrochen, unterwegs habe er ausgiebig gespeist und auch getrunken, als er mit dem Rad bei seinem Wagen wieder ankam, habe er sich nicht mehr fahrtauglich gefühlt und beschlossen, statt auf dem Boot im Auto zu nächtigen. Um 5.00 Uhr sei er sehr unsanft überfallartig durch lautes Klopfen und Rufen an die Fensterscheibe geweckt worden und habe sich zunächst bedroht gefühlt. Dann hab sich aber herausgestellt, dass es sich um Mitarbeiter des Ordnungsamtes handelte, die ihm vorwarfen auf einem dafür nicht vorgesehenen Platz im Naturschutzgebiet ordnungswidrig übernachtet zu haben. Seine Personalien wurden aufgenommen. In Folge erteilte man ihm zunächst ein Verwarnungsgeld. Man habe ermittelt, dass sein Fahrzeug auch an den 2 Tage zuvor mit zugezogenen Scheiben nachts auf einem Parkplatz gestanden hätte, man gehe davon aus, dass Herr F auch an diesen Tage ordnungswidrig im Auto übernachtet habe. Er solle sich zu dem Vorwurf äußern , man erwäge zusätzlich ein Bußgeld zu verhängen. Herr F ist empört, äußert sich nicht zu den Anschuldigungen sondern wirft der Behörde Stasimethoden vor.

Ich befrage ihn, ob er nachweisen könne, dass er an den 2 Tagen auf dem Boot übernachtet habe. Er meint in dem einen Hafen habe er die Liegegebühr durch Einwurf in einen Briefkasten entrichtet, so habe es der Hafenmeister gewünscht. Eine Quittung habe er nicht, der Hafenmeister müsste sich aber an ihn und sein Boot erinnern, weil er auf dessen Anweisung den Liegeplatz habe wechseln müssen. im zweiten Hafen habe er ebenfalls die Gebühr entrichtet sich aber keine Quittung geben lassen, da er nicht davon ausging, diese zu benötigen. Er teilt mir den Namen seines Bootes mit.

Ich rufe bei der zuständigen Mitarbeiterin des Ordnungsamtes an. Diese habe sich besonders über den Vergleich mit der Stasi geärgert. Herr F sei auch den Mitarbeitern vor Ort ausfällig gegenübergetreten. Ich versuche Verständnis für die Situation des Herrn F zu erwecken, der sich in der konkreten Situation bedroht gefühlt habe und aus diesem Gefühl heraus agiert habe. Ich kann der Mitarbeiterin ein Gefühl von der Ausnahmesituation vermitteln, in der sich Herr F befunden hat. Sie ist bereit, seine Angaben durch Befragung der Hafenmeister zu überprüfen. Eine Woche später teilt sich mir mit, beide Hafenmeister hätten die Angaben bestätigt, sie werde den Bescheid über das Verwarnungsgeld zurücknehmen und keinen Bescheid über ein Ordnungsgeld verhängen. 10 Tage später hat Herr K die offizellen Schreiben der Behörde hierzu im Briefkasten .

 

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