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Am Tacho gedreht?

Herr A ruft an: er habe vor einem Monat ein Gebrauchtfahrzeug erworben, der Verkäufer sei ein junger Mann, Herr W,  gewesen. Vor 2 Tagen habe der Motor plötzlich ungewöhnliche Geräusche gemacht woraufhin Herr A seine Werkstatt aufgesucht habe. Dort habe sich das Geräusch als harmlos herausgestellt, allerdings habe man festgestellt, dass der Kilometerstand auf dem Tacho um ca. 100.000 km weniger betrage als, bei der letzten Reparatur, die 4 Monate zurücklag. Nun wolle er das Auto gegen Kaufpreiserstattung zurückgeben. Herr A habe zunächst Herrn W kontaktiert, der berichtet habe, dass Auto selber erst vor 3 Monaten von der Firma P erworben zu haben. Einen Kaufvertrag könne er nicht vorlegen, weil der Verkauf mündlich abgeschlossen worden sei. Er könne sich die Tachodifferenz jedenfalls nicht erklären und sei von der Information überrascht. Die Werkstatt konnte bestätigen, dass bei der Reparatur vor 4 Monaten Firma P Eigentümer war. Wir reden darüber, dass es nach dem aktuellen Informationsstand sowohl bei Firma P als auch durch Herrn W zu der Manipulation am Tacho gekommen sein könnte. Herr A beschließt bei Firma P anzurufen, um nach einem schriftlichen Kaufvertrag zu fragen. Er ruft mich am nächsten Tag an und teilt mir mit, Firma P habe ihm den schriftlichen Kaufvertrag zur Verfügung gestellt, daraus ergebe sich eindeutig, dass Herr W die Manipulation am Tacho vorgenommen haben muss. Herr A erwägt jetzt einen Rechtsanwalt einzuschalten und Strafanzeigen gegen Herrn W zu stellen.  Andererseits sei Herr W ihm immer noch sympathisch, er wolle ihm seine Zukunft nicht durch ein Strafverfahren wegen Betruges verbauen. Er möchte aber trotzdem erreichen, dass Herr W den Ernst der Lage erkenne und aus der Situation eine Lehre ziehe. Er bitte mich, Kontakt zu Herrn W aufzunehmen. Ich telefoniere mit Herrn W und teile ihm die Fakten mit, die Herr A ermittelt hat. Ich empfehle ihm dringend einen Rechtsanwalt zu kontaktieren um sein weiteres Vorgehen und seine Risiken zu besprechen. Der Empfehlung will Herr W gerne folgen. Wir telefonieren nach 2 Tagen wieder, das Gespräch mit dem Anwalt hat mittlerweile stattgefunden. Herr W teilt mir kleinlaut mit, sein Anwalt habe ihm dringend geraten, den Kaufvertrag rückabzuwickeln in der Hoffnung dass Herr A dann keine Strafanzeige stellen werde. Er habe sich bei seiner Tat nicht viel gedacht. Er habe im Fernsehen einen Bericht darüber gesehen, wie einfach es sei den Tacho zu manipulieren. Mittlerweile sei ihm klar, dass er Herrn A dadurch geschädigt habe, deshalb würde er das Ganze auch gerne rückgängig machen. Wenn Herr A ihn trotzdem anzeigen werde, so habe er zumindest den eingetretenen Schaden wieder gut gemacht. Wir vereinbaren die Modalitäten der Rückabwicklung. Herr A zeigt Herrn W nicht bei der Polizei an.

 

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