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Tanken mit Nachspiel

Herr J nimmt Kontakt zu mir auf: Er sei tanken gefahren, er suche fast immer die selbe Tankstelle auf. So auch vor 8 Wochen. Er habe getankt, die Rechnung habe 63,87 € betragen, inclusive der Zigaretten, die er noch gekauft habe. 10 Tage später habe er ein Schreiben der Tankstelle erhalten: er habe es unterlassen seine Tankrechnung zu bezahlen, die Rechnung betrage 80,00 €, es handle sich wohl um ein  Versehen und er möge vorbeikommen und die Rechnung ausgleichen. Herr J macht sich daraufhin auf den Weg zur Tankstelle und zeigt seine Tankquittung vor. Es stellt sich heraus, dass  die falsche Zapfsäule abgerechnet wurde, ob das Versehen auf der Seite von J oder seitens des Personals der Tankstelle liegt, läßt sich nicht mehr feststellen. Der Pächter der Tankstelle, Herr B, fordert Herrn J auf, die volle korrekte Tankquittung zu überweisen, man würde ihm dann die  von ihm geleistete fehlerhafte Summe zurückbuchen. Herr J weigert sich. Er ist bereit die Differenz auszugleichen. Auf den Vorschlag von Herrn B will er nicht eingehen. B meint, buchungstechnisch sei eine andere Vorgehensweise nicht möglich. Die Männer können sich nicht einigen. Herr J fährt, ohne zu zahlen, nach Hause. Eine Woche später bekommt er die nächste Post von B, diesmal in einem schärferen Ton: Er habe es unterlassen seine Tankrechnung auszugleichen, eine Videoaufzeichnung habe sein Fahrzeug aufgezeichnet. Sollte er die Rechnung in Höhe von 80.00 € nicht innerhalb von 10 Tage ausgleichen, würde man den Vorgang wegen Diebstahl zu Anzeige bringen, die Videoaufzeichnung diene dann als Beweismittel. Herr J ist empört darüber, dass er als Dieb bezeichnet werde, obwohl Herr B genau wisse, dass eine  Verwechslung der Tanksäulen stattgefunden habe. Er sei immer noch bereit, die Differenzsumme zu überweisen, das Schreiben weise aber keine Kontoverbindung auf. Er bittet mich, mit der Tankstelle Kontakt aufzunehmen, er will dass sich Herr B für die in dem Brief enthaltene Beleidigung bei ihm entschuldige. Ich nehme Kontakt mit Herrn B auf. Herr B erzählt, es komme recht häufig vor, dass jemand tanke, ohne zu bezahlen.  Deshalb habe er die Videoüberwachungsanlage installiert. Zunächst würde der Kunde eine freundliche Aufforderung bekommen, die Rechnung auszugleichen, geschehe dass nicht, folgt ein schärferer Brief mit Androhung einer Strafanzeige. Diesen zweiten Standartbrief habe B auch Herrn J zukommen lassen. Das sei in diesem konkreten Fall unangebracht gewesen, sieht er ein, nachdem ich ihn auf die besonderen Umstände des Falles hingewiesen habe. Er ist bereit, sich bei Herrn J zu entschuldigen, es sei gedankenlos gewesen, den Standartbrief unverändert an ihn abzusenden. Als kleine Widergutmachung ist er bereit auf die Differenzsumme zu verzichten. B bittet mich, Herrn J seine Entschuldigung zu übermitteln, sollte dieser die Tankstelle wieder aufsuchen, werde er die Entschuldigung persönlich wiederholen. Herr J ist sehr zufrieden mit der Reaktion von Herrn B, er könne sich vorstellen, seine Tankstellenbesuche wie bisher fortzusetzen, zumal diese Tankstelle räumlich die nächstgelegene sei.

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