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Geklauter Seeblick

Herr S teilt mir mit er betreibe seit 10 Jahren ein Café an einem See in Bayern. Vor 5 Jahren habe neben ihm ein Gourmetrestaurant eröffnet. Das Grundstück des S liege seitlich versetzt hinter dem anderen Grundstück, vom See aus betrachtet. Man mache sich keine Konkurrenz, das nachbarschaftliche Miteinander sei bis vor einem halben Jahr gut gewesen. Zu diesem Zeitpunkt habe Herr M, der Betreiber des Restaurants, auf seinem Grundstück einen Pavillon unmittelbar in Seenähe errichtet. Dieses Gebäude verdecke für ein Drittel der Terrasse des S die Seesicht. Diesen Umstand habe S hingenommen. Auf der Rückseite des Pavillons, zur Terrasse des S gewandt, befinden sich die Toiletten, die nur von außen, zu betreten sind. Das Amt für Hygiene habe diese unmittelbare Nähe zur Gästeterrasse des S und die unmittelbare Einsehbarkeit von dort aus in die Toilettenräume bei geöffneter Tür bemängelt und M die Auflage erteilt, für Sichtschutz zu sorgen. Es habe daraufhin ein Gespräch zwischen S und M stattgefunden, mit dem Ergebnis, dass M einen Toilettenvorraum an den Pavillon anbauen werde. Für S sei dass ein guter Kompromiss gewesen, da die Alternative ein Zaun gewesen wäre, der den Seeblicke von seiner Terrasse vollständig verdeckt hätte. Nun habe M aber abredewidrig und für S überraschend begonnen, Stützen für einen Zaun zu setzen. S befürchten mangels Seeblick ausbleibende Gäste.

Ich nehme Kontakt zu M. Dieser erklärt mir er sei stinksauer auf S. Er, M, sei auf seinen Nachbarn zugegangen, um gemeinsam eine für S am wenigsten beeinträchtigende Lösung zu finden. Der gemeinsam entwickelte Plan sei für M mit deutlich größeren Kosten verbunden gewesen, als die alternative Zaunlösung. Er sei, der guten Nachbarschaft zu Liebe, aber bereit gewesen, diese Kosten zu tragen. S habe aber nach der Schließung der Vereinbarung nichts Besseres zu tun gehabt, als ihm das Hygieneamt und die Bauaufsicht auf den Hals zu hetzen. Das Hygieneamt hätte ihm zusätzliche Auflagen erteilt, die er nun erfüllen müsse, wodurch weitere Kosten entstehen. Das Bauamt hätte einen Baustopp für 2 Monate verhängt, wodurch ihm Einnahmen entgangen seien.

Ich nehme erneut Kontakt zu S. Dieser erzählt er habe bereits bei Beobachtung der ersten Bauaktivitäten auf dem Grundstück des Nachbarn, Kontakt zum Bau- und Hygieneamt aufgenommen, um sich zu erkundigen, ob das Vorhaben korrekt geplant sei. Er habe gehofft, das Vorhaben auf diese Weise zu stoppen. Das sei lange bevor sein Nachbar zwecks gemeinsamem Kompromiss auf ihn zugekommen sei gewesen. Offensichtlich habe seine Aktivität bei den Ämtern dazu geführt, dass das Vorhaben nochmal geprüft worden sei. Die Behörden seien aber erst nach der Schließung des Kompromisses zwischen M u S aktiv geworden. Es tue ihm leid, dass bei M der Eindruck entstanden sei, er sei ihm nach dem gemeinsamen Gespräch in den Rücken gefallen und das ihm dazu zusätzliche Unannehmlichkeiten geschlossen. S beschließt direkt seinen Nachbarn aufzusuchen und sich bei ihm zu entschuldigen. Eine Stunde später ruft er zurück und berichtet, man habe sich wieder auf den ursprünglichen Kompromiss geeinigt.

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