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Rückfall in die Sucht durch unverhofften Geldsegen

Herr Z ruft mich an. Er habe vor einem Monat auf seinem Konto einen Zahlungseingang in Höhe von 10.000 € von einer ihm bis dahin unbekannten Stiftung verzeichnet. Ihm sei sofort klar gewesen, dass es sich um eine irrtümliche Überweisung handeln müsse. Dennoch habe er dem Drang nicht wederstehen können, habe das Geld abgehoben und sei noch am selben Tag nach Holland gefahren und habe alles restlos verspielt. Herr Z ist spielsüchtig, hatte seine Sucht seit 3 Jahren allerdings im Griff. Er hatte sich auf eigene Initiative im deutschsprachigem Raum in den Spielbanken sperren lassen. Der überraschende Geldeingang hat nun einen Rückfall bewirkt. Z ist am Boden zerstört und wartet derzeit auf einen Therapieplatz. Gestern habe nun er ein Schreiben von der Stiftung erhalten, die ihn auffordert, das Geld zurückzuerstatten. Herr Z befindet sich seit 3 Jahren infolge der Spielsuch in einem privaten Insolvenzverfahren. Die neuerlichen Schulden gefährden seine Restschuldbefreiung. Herr Z bittet mich im Wege der Telefonmediation Kontakt zu der Stiftung aufzunehmen.

Ich telefoniere mit Frau S, einer Mitarbeiterin der Stiftung und schildere ihr die besonderen Umstände des Falles. Frau S ist betroffen von der Auswirkung der Überweisung. Stiftungszweck sei die Unterstützung von unverschuldet in Not geratenen, bedürftigen Menschen. Im vorliegenden Fall hat man aber das Gegenteil bewirkt, wird ihr schnell klar. Frau S bittet mich, Herrn Z auszurichten, er möge ihr eine Kopie eines ärztlichen Attestes über seine Sucht und eine Bestätigung über sein privates Insolvenzverfahren zur Verfügung stellen, dann werde man sich mit dem Vorstand der Stiftung über das weitere Vorgehen abstimmen.

Herr Z stellt die notwendigen Informationen zur Verfügung. Die Stiftung beschließt, die Forderung gegenüber Herrn Z nicht weiter einzufordern, um ihn nicht noch weiter zu belasten. Man habe sich so entschieden, weil die Rückforderung der Summe, den Stiftungszweck zum zweiten Mal ins Gegenteil verkehrt würde. Frau S entschuldigt sich für die fehlgeleitete Überweisung und wünscht Herrn Z alles Gute bei seiner Therapie.

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