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Telefonische Mediation – Wasserschaden

Frau C ruft mich wegen eines Konflikts mit ihrem Vermieter an. Vor zwei Monaten habe der Mieter über ihr in ihrer Wohnung einen Wasserschaden verursacht. Vor einer Woche habe der Vermieter damit begonnen, den Schaden zu beseitigen. Es wurden 3 Trocknungsgeräte aufgestellt, die noch mindestens 4 Wochen arbeiten sollen. Frau C ist hochschwanger und hat in 2 Wochen Entbindungstermin und empfindet die ständige Lautstärke der Trocknungsgeräte als extrem störend. Außerdem macht sie sich Gedanken darüber, wie sich die Situation nach der Entbindung in der Wohnung gestalten wird. Sie habe den Mieterverein kontaktiert, der ihr die Information erteilt habe, sie könne die Miete für die Zeit der Entfeuchtung bis zu 80% mindern. Sie habe darüber ein Gespräch mit ihrem Vermieter geführt und ihm mitgeteilt, sie werde die Miete um 80% mindern. Der Vermieter, Herr D, habe sich sehr verständnislos gezeigt und ihr empfohlen, mehr Zeit außerhalb der Wohnung zu verbringen. Eine Minderung von 80% würde er in keinem Fall akzeptieren. Frau C fühlt sich in Bezug auf ihren hochschwangeren Zustand vom Vermieter nicht ernstgenommen, den Vorschlag, viel spazieren zu gehen, empfindet sie als reinen Hohn. Sie möchte erreichen, dass einvernehmlich eine Minderungsrate von mindestens 50 % vereinbart wird. Dann würde sie sich von ihrem Vermieter ernstgenommen fühlen. Gleichzeitig möchte sie das Verhältnis zu ihrem Vermieter nicht über Gebühr strapazieren.

Ich nehme im Wege der außergerichtlichen Streitschlichtung Kontakt zu Herrn D auf. Herr D berichtet, das die Versicherung die Kosten für den Wasserschaden nur teilweise reguliere. Als Frau C ihm mitgeteilt habe, sie wolle die Miete um 80% mindern, habe ihn das in zusätzliche finanzielle Nöte gestürzt und er habe wohl sehr verständnislos reagiert. Inzwischen habe er „Haus und Grund“ konsultiert, die ihm die Information gegeben hätten, eine Minderung von 30 bis 40 % sei in dem vorliegenden Fall angemessen. Ich erkläre ihm, Familie C stelle sich eine Minderungsrate von mindestens 50% vor. Herr D will darüber nachdenken und am nächsten Tag wieder telefonieren.

Am nächsten Tag äußert sich Herr D folgendermaßen: Er habe über die Situation von Frau C nachgedacht. In Anbetracht der außergewöhnlichen Belastung in ihrer aktuellen Situation ist er bereit auf eine  Minderungsrate von 50% einzugehen. Er bittet mich darum, Frau C auszurichten, dass es sich für seine gedankenlose Reaktion entschuldigt.

Frau C ist zufrieden vor allem darüber, dass das Mieter-Vermieter-Verhältnis durch den Vorfall nicht beeinträchtigt wurde.

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