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Eigenbedarfskündigung?

Frau S ruft an und erzählt, ihr Vermieter, Herr W, hätte ihr eine Eigenbedarfskündigung zukommen lassen. Sie wohne seit 12 Jahren in der Wohnung, Familie W wohne im selben Haus, weshalb sie bei einer Weigerung auszuziehen, um den Hausfrieden fürchte. Ihre private Rückzugsmöglichkeit sei ihr sehr wichtig, sie habe auf ihrer Arbeit genug Stress, sie brauche die absolute Gewissheit, dass sie Zuhause keine Unannehmlichkeiten erwarten würden. Familie W sei ihr bisher eine freundliche und ruhige Nachbarschaft gewesen. Sie rechne mit keinem unfairen Verhalten ihrer Vermieter, aber schon die Möglichkeit einer zukünftigen frostigen Nachbarschaft bereite ihr Unbehagen. Auf Nachfrage erklärt Frau S, der Eigenbedarf sei nicht näher begründet worden, Frau S glaube aber, dass Herr W ihre Wohnung als Büro nutzen möchte. Frau S habe sich schon einen ersten Überblick über den Wohnungsmarkt verschafft und festgestellt, dass es schwierig werden würde eine entsprechende Wohnung in der von Familie W gesetzten Frist zu finden. Auch könne sie das Geld für den dann erforderlichen Umzug nicht aufbringen, weitere Schwierigkeiten würde ihr eine neu aufzubringende Kaution bereiten. Frau S bittet mich, mit ihren Vermietern Kontakt aufzunehmen. Ich spreche mit Herrn W, dieser hat grundsätzlich Verständnis für Frau S. Sie sei eine zuverlässige und ruhige Mieterin und man habe in all den Jahren angenehm zusammengelebt. Andererseits sei das seine Immobilie und er benötige die Wohnung nunmehr selber, wobei es sich hinsichtlich der geplanten Nutzung bedeckt hält. Ich weise ihn auf die Schwierigkeiten hin, die ein Umzug für Frau S bedeuten würde und rate ihm, sich hinsichtlich seiner Rechtsposition  von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen. Herr W verspricht sich bei “Haus und Grund“ beraten zu lassen und wir verabreden einen neuen Telefontermin in einer Woche. Frau S setze ich über den aktuellen Gesprächsstand in Kenntnis. Sie ist gerne bereit eine Woche abzuwarten.

Nach einer Woche ist Herr W bereit, über Kompromisse hinsichtlich des Auszuges zu verhandeln. Er wäre bereit, die Kündigungsfrist um 3 Monate zu verlängern, Frau S den Umzug zu bezahlen und ihr zu versprechen, die hinterlegte Kaution sofort auszuzahlen, wenn Frau S das Geld für eine neue Kaution benötigt. Frau S ist sich unsicher, ob die neue Frist wirklich ausreicht, eine neue Wohnung zu finden, sie habe noch keinen ausreichenden Überblick über den aktuellen Wohnungsmarkt. Sie schlägt vor, dass man die Angelegenheit zunächst für einen Monat ruhen lassen sollte bis sie sich ausreichend Kenntnis verschafft habe. Herr W bittet sich Bedenkzeit aus, um sich mit seiner Familie zu besprechen, ist dann aber einverstanden.

Nach einem Monat ist Frau S zuversichtlich, dass sie in der neu gesetzten Frist eine Wohnung finden wird. Beide Parteien schließen einen Vertrag, der die ausgehandelten Punkte beinhaltet.

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